ADR-017: Tenant-Offboarding und operative Datenlöschung¶
Stand: 08.08.2026 13:40 Branch: main Status: Akzeptiert
| Datum, Uhrzeit | Version | Änderung | Autor |
|---|---|---|---|
| 08.08.2026 13:40 | 1.0 | V1-Offboarding mit 30 Tagen Exportzugang und operativer Löschung spätestens nach 90 Tagen festgelegt | Codex |
Kontext¶
Nach dem Ende eines Tenant-Vertrags müssen der Zugang gesperrt, die Rückgabe operativer Daten ermöglicht und nicht mehr erforderliche Daten kontrolliert gelöscht oder irreversibel anonymisiert werden. Vertrags-, Audit- und Löschungsnachweise unterliegen eigenen Aufbewahrungsfristen.
Die 90-Tage-Frist ist eine fachlich und vertraglich festgelegte Höchstfrist von DiveLogix360. Sie ist keine allgemeine gesetzliche Aufbewahrungsfrist. Gesetzliche Pflichten und dokumentierte Aufbewahrungssperren bleiben vorbehalten.
Entscheidung für V1¶
- Zum wirksamen Vertragsende wechselt der Tenant in den fachlichen Status
offboarding_export. - Reguläre Anmeldung, Änderungen, Einladungen, Hintergrundverarbeitung und produktive Schnittstellen werden sofort gesperrt. Bestehende Sitzungen und Token werden widerrufen.
- Für 30 Kalendertage erhält ausschliesslich ein verifizierter Tenant-Admin einen eingeschränkten Exportzugang. Andere Benutzer bleiben gesperrt.
- Der Export wird als ZIP-Paket mit maschinenlesbaren CSV- und JSON-Daten, zugehörigen Dateien und einem Integritätsmanifest bereitgestellt. Erstellung und Download werden protokolliert; der einzelne Downloadlink ist zeitlich befristet und widerrufbar.
- Nach Ablauf der 30 Tage endet jeder Tenant-Zugang. Bis längstens Tag 90 bleiben operative Daten zugriffsbeschränkt und dürfen nur für Support, Streitklärung oder eine genehmigte Wiederaufnahme verwendet werden.
- Spätestens 90 Kalendertage nach Vertragsende werden operative Tenant-, Profil-, Onboarding- und Kontodaten gelöscht oder irreversibel anonymisiert, soweit keine speziellere Aufbewahrungsfrist oder ein dokumentierter
legal_holdgilt. - Eine Reaktivierung ist nur vor der irreversiblen Löschung, nach administrativer Prüfung und mit gültiger Vertragsgrundlage möglich. Sie reaktiviert den bestehenden Datensatz und erzeugt keinen neuen Tenant.
- Globale E-Mail-Adressen bleiben während Sperrung und Offboarding reserviert. Eine Freigabe nach irreversibler Löschung erfolgt ausschliesslich über einen kontrollierten administrativen Prozess gemäss ADR-011.
- Vertragsnachweise, Audit-, Sicherheits- und Löschungsprotokolle werden nicht pauschal mit den operativen Daten gelöscht, sondern nach der zentralen Fristenmatrix behandelt.
- Gelöschte Primärdaten laufen innerhalb von höchstens 35 Tagen aus rollierenden Backups aus und dürfen bei einer Wiederherstellung nicht unkontrolliert reaktiviert werden.
Benachrichtigungen¶
- Der Tenant erhält vor Vertragsende eine Bestätigung mit Enddatum, Exportfrist und Löschzeitpunkt.
- Erinnerungen erfolgen sieben Tage vor Ende des Exportzugangs und unmittelbar nach dessen Ablauf.
- Nach erfolgreichem Löschlauf erhält der Vertragspartner eine minimierte Löschbestätigung ohne gelöschte Inhaltsdaten.
- Fehlgeschlagene Exporte oder Löschläufe werden an Operations eskaliert und im Löschungsprotokoll nachgeführt.
Technische Konsequenzen¶
- Das bestehende Prisma-Enum
TenantStatusbildetoffboarding_exportundretention_onlynoch nicht ab und muss erweitert oder durch ein separates Lifecycle-Modell ergänzt werden. - Statuswechsel benötigen Enddatum, Exportfrist, Löschfrist, Grund, ausführende Person und Zeitpunkte.
- Ein tenantweiter Sperrmechanismus muss Anmeldung, Token, Schreibzugriffe, Jobs und Integrationen erfassen.
- Exporterzeugung, kurzlebige Downloadlinks, Zugriffskontrolle, Integritätsmanifest und Auditierung sind umzusetzen.
- Ein täglicher, wiederholbarer Löschlauf muss Fristen,
legal_hold, Providerdaten, Objektspeicher und Backup-Auslaufen kontrollieren. - OpenAPI, Backend, Berechtigungstests, End-to-End-Tests und Wiederherstellungstests sind anzupassen.